Versicherungspflicht in der Sozialversicherung

In diesen Fällen müssen sich Studenten gesetzlich versichern ...

Um den Lebensunterhalt während des Studiums bestreiten zu können, kommen die wenigsten ohne einen Nebenjob über die Runden.

Dadurch aber müssen Studenten oftmals Beiträge an die Sozialversicherungen abführen, weil eine so genannte „Versicherungspflicht“ eintritt.

Für Studierende, die Familienversichert sind, würde dies den Fortfall der kostenlosen Mitgliedschaft in der GKV bedeuten.

Für privat Versicherte Studenten hingegen würde das Hin- und Herwechseln zwischen gesetzlicher und privater Versicherung nicht nur einen unnötigen Aufwand bedeuten, sondern es birgt auch ein gewisses Risiko, wenn die PKV vorschnell gekündigt wird, ohne dass vorher eine Anwartschaft vereinbart wurde.

Vor dem Beginn von Arbeitsverhältnissen ist es also wichtig zu klären, ob dadurch eventuell eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung oder Rentenversicherung eintritt. Beachten Sie darum die folgenden Regelungen:

 

Für die Kranken- und Arbeitslosenversicherung:

Bei folgenden Arbeitsverhältnissen besteht in der gesetzlichen Krankenversicherung wie auch in der Arbeitslosenversicherung generell eine Versicherungspflicht:
  • Arbeitsverhältnisse mit mehr als 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche (während der Semesterferien ist die Arbeitszeit aber egal).
  • Arbeitsverhältnisse, die innerhalb eines Jahres für länger als 26 Wochen ausgeübt werden.
  • Arbeitsverhältnisse in Urlaubssemestern mit einem Monatseinkommen von mehr als 450 €.

Folgende Arbeitsverhältnisse dagegen sind versicherungsfrei:

  • Dauerhafte Beschäftigungen mit einer Arbeitszeit von bis zu 20 Stunden pro Woche.
  • Dauerhafte Beschäftigungen mit einem monatlichen Einkommen von bis zu 450 € (Minijobs/geringfügige Beschäftigungen). Hier muss lediglich der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag von 11% für die Kranken- und Rentenversicherung zahlen.
  • Kurzfristige Beschäftigungen (nicht mehr als 2 Monate am Stück und insgesamt nicht länger als 50 Tage im Jahr).
  • Praktika, welche gemäß der Studien- oder Prüfungsordnung erfolgen.
  • Arbeitsverhältnisse in den Semesterferien (unabhängig vom Verdienst und von der wöchentlichen Arbeitszeit).

 

Für die Rentenversicherung gelten abweichende Bestimmungen:

Es wird dort davon ausgegangen, dass Arbeitsverhältnisse grundsätzlich versicherungspflichtig sind. Jedoch gibt es folgende Ausnahmen...
  • Dauerhafte Beschäftigungen mit einem Monatseinkommen von maximal 450 € (Minijobs / geringfügige Beschäftigungen)
  • Praktika, die gemäß der Studien- oder Prüfungsordnung erfolgen (unabhängig vom Einkommen und der Arbeitszeit)
  • Praktika mit einer monatlichen Vergütung von max. 450 €.

 

Nebenjobs bei familienversicherten Studenten:

Wer bisher über die kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse der Eltern mitversichert ist, sollte darauf achten, dass das eigene Einkommen gewisse Grenzen nicht übersteigt. Der Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung würde nämlich entfallen bei...
  • regelmäßigen monatlichen Einkünften von mehr als 425 € (beispielsweise bei Einnahmen aus Mieten und Zinsen, bei selbständiger Tätigkeit oder bei Gelegenheitsjobs)
  • Arbeitsverhältnissen mit einem monatlichen Einkommen von mehr als 450 € (wenn also kein Minijob und keine geringfügige Beschäftigung vorliegt).

In beiden Fällen müssen Sie sich über die studentische Krankenversicherung der GKV weiter versichern. Der Beitrag hierfür beträgt derzeit 83,20 € pro Monat (bzw. 81,58 € für Studierende mit Kind). Alternativ besteht die Möglichkeit, in einen Studententarif der privaten Krankenversicherung zu wechseln.

Die studentische Krankenversicherung der GKV hat aber auch Ablaufzeiten, denn sie greift maximal bis zum 30. Geburtstag oder bis zum 15. Fachsemester. Danach werden Studierende als freiwillig Versicherte eingestuft, was eine enorme Erhöhung der Beiträge zur Folge hat.