FAQ - Oft gestellte Fragen von Studenten

Kapitel 1:  Nebenjobs und Familienversicherung

Hier finden Sie Antworten auf oft gestellte Fragen zum Thema Jobben während der Familienversicherung. Ihre Frage bleibt hier unbeantwortet? Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht oder vereinbaren einen kostenlosen Rückruf.

 

Ich bin über meine Eltern kostenlos mitversichert.
Nebenbei jobbe ich und verdiene damit 450 € im Monat.
Muss ich mich nun selbst versichern oder kann ich in der Familienversicherung bleiben?

Hier kommt es auf die Art der Beschäftigung an.

Bei dem genannten Verdienst von 450 € kann man davon ausgehen, dass es sich um eine geringfügige Beschäftigung (also um einen Minijob) handelt. Einen Minijob erkennen Sie immer daran, dass lediglich Ihr Arbeitgeber Pauschalbeiträge für die Kranken- und Rentenversicherung zahlen muss und Sie selbst nicht beitragspflichtig sind. Ist dass der Fall, so können weiter in der Familienversicherung bleiben.

Anders verhält es sich jedoch, wenn Sie eine offizielle selbständige Tätigkeit ausüben. In dem Fall würde die Familienversicherung generell entfallen.

Ich habe eine vermietete Eigentumswohnung geerbt.
Aus der Kaltmiete erhalte ich jeden Monat 392 €. Ansonsten habe ich keine anderen Einkünfte. Wie verhält es jetzt mit der Familienversicherung?

Die Familienversicherung kann bestehen bleiben, denn die Einnahmen liegen unter der aktuell gültigen Grenze.

Erst wenn Ihre Monatseinkünfte aus Mieten, Zinsen oder anderen Kapitalerträgen bei mehr als 425 € liegen, würde Ihr Anspruch auf die gesetzliche Familienversicherung entfallen. Ausnahmen werden nicht gemacht. Sie müssten sich dann über die studentische Krankenversicherung bei Ihrer gesetzlichen Kasse weiter versichern mit einem Beitrag von 83,20 € (für Studierende mit Kind wären es 81,58 €).

Ich bin verheiratet und über die Familienversicherung meiner Frau, die ebenfalls studiert, krankenversichert. Wieviel darf ich mit einem Job hinzu verdienen, ohne meinen Anspruch auf die Familienversicherung zu verlieren?

Für verheiratete Studenten gelten hinsichtlich der Familienversicherung über den Ehepartner dieselben Einkommensgrenzen wie gegenüber den Eltern. Sie dürfen also keine monatlichen Verdienste von mehr als 450 € aus Minijobs haben und/oder keine Einkünfte von mehr als 425 € aus Kapitalerträgen (z.B. aus Zinsen oder Mieten) pro Monat besitzen.

Ich habe einen 450 Euro-Job (wöchentliche Arbeitszeit 10 Stunden) und bin zudem nebenberuflich selbständig (Arbeitszeit etwa 8 Stunden pro Woche). Habe ich weiterhin Anspruch auf die Familienversicherung bei meinen Eltern? Und bin ich verpflichtet, die nebenberufliche Selbständigkeit der Krankenkasse zu melden?

Den gesetzlichen Krankenkassen müssen Sie grundsätzlich alle Einkünfte (egal, aus welcher Tätigkeit oder Quelle Sie diese erzielen) melden. Dazu zählen sowohl Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit, als auch Zinsgewinne oder sonstige Einkünfte. In dem Fall müssen Sie der Krankenkasse die Höhe der Nebeneinkünfte auf den Cent genau vorlegen. Wenn Ihre monatlichen Einkünfte regelmäßig höher sind als 450 €, endet der Anspruch auf die kostenlose Familienversicherung.

Und wenn Sie hauptberuflich eine selbständige Tätigkeit ausüben, dann haben Sie so oder so keinen Anspruch mehr auf eine Familienversicherung - unabhängig davon, welches Einkommen Sie aus der Selbständigkeit erzielen.

Muss ich mich auch dann selbst versichern, wenn ich monatlich nur geringfügig über 450 € verdiene, aber dennoch unter der 20-Wochenstunden-Grenze bleibe?

Auch wenn Ihr regelmäßiges Gesamt-Einkommen nur geringfügig über der Einkommensgrenze von 450 € liegt, besteht kein Anspruch mehr auf die beitragsfreie Familienversicherung der Eltern.

Die 20 Wochenstunden haben nur Bedeutung für die Beurteilung der Frage, ob das Studium noch überwiegend ausgeübt wird, oder ob Sie eventuell als Arbeitnehmer eingestuft werden. Dann fällt nicht nur die kostengünstige studentische Krankenversicherung weg, sondern Sie werden zu „Arbeitnehmer-Konditionen” als versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege, Arbeitslosen- und Rentenversicherung weiter geführt.

Wieviel darf ich als Student verdienen, ohne dass ich mich selbst versichern muss? Gibt es Unterschiede zwischen Semesterferien und Semester? Wie sieht es mit der Sozialversicherung aus?

Eigentlich handelt es sich hier um zwei getrennte Fragestellungen.

Keine Sozialversicherungspflicht heißt nämlich nicht, dass Sie automatisch auch einen Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung haben.

Eine Familienversicherung wäre nicht möglich, wenn Ihr Gesamt-Einkommen 450 € im Monat überschreitet. BAföG wird dabei nicht mitgerechnet.

Bei der Prüfung, ob aufgrund der Beschäftigung Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten sind, spielt die Höhe Ihres Verdienstes hingegen keine Rolle. Dafür wäre allein die Arbeitszeit entscheidend. Studenten, die eine Beschäftigung von mehr als 20 Stunden ausüben, unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht als Arbeitnehmer.

Arbeitsverhältnisse während der Semesterferien werden jedoch anders gesehen. Wenn Sie in den Semesterferien jobben, gilt die wöchentliche Begrenzung der Stundenzahl nicht. Sie werden dadurch also nicht als Arbeitnehmer angesehen und somit nicht sozialversicherungspflichtig.