Wer muss sich wie versichern?

Regelungen für Studienanfänger

Angehende Studenten sollten sich schon vor Studienbeginn mit dem Thema Krankenversicherung befassen.

Bereits für die Einschreibung verlangen die Hochschulen den aktuellen Nachweis über eine bestehende gesetzliche oder private Krankenversicherung. Bei einem Wechsel der Uni oder FH muss ein frischer Nachweis sogar erneut vorgelegt werden.

 

Grundsätzlich hat jeder Studienanfänger das Recht, die Art der Versicherung frei zu wählen. Wer vorher z. B. privat versichert war, kann mit Studienbeginn sofort in die GKV wechseln - was in manchen Fällen auch durchaus sinnvoll wäre. Andersherum kann jeder auch in eine private Krankenversicherung wechseln, sofern zwischen Abi und Studium keine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung ausgeübt wurde (wenn doch, dann greift eine Zwangsversicherung in der GKV).

Wer bei Beginn des Studiums in der PKV versichert ist kann dort versichert bleiben, muss dafür allerdings einen Befreiungsantrag von der GKV-Versicherungspflicht stellen (siehe unten).

Was die Leistungen betrifft, so hat die PKV im Vergleich zur GKV fast immer die Nase vorn. Welches der beiden Systeme jedoch preiswerter ist, dass hängt vom Alter, vom Geschlecht und manchmal auch vom eigenen Einkommen ab.

 

Im Normalfall kommen für Studienanfänger die folgenden fünf Möglichkeiten in Betracht:

 

1. Gesetzlich versichert, jünger als 25 Jahre

Wenn Sie sich bei Studienbeginn weiter gesetzlich versichern, so wären Sie bis zu Ihrem 25. Geburtstag kostenfrei über die Familienversicherung Ihrer Eltern mitversichert. Sollten Sie zwischen Abitur und Studium einen Freiwilligendienst geleistet haben, so wird die Familienversicherung sogar noch verlängert für die abgeleisteten Monate dieses Dienstes. Danach aber würde die Familienversicherung in jedem Fall enden.

Wichtig: Falls Sie neben dem Studium einen oder mehrere Nebenjobs haben und daraus mehr als 425 € monatlich verdienen oder wenn Sie aus geringfügigen Beschäftigungen (Minijobs) mehr als 450 € pro Monat erhalten, so würde die kostenlose Familienversicherung sofort entfallen. Sie müssten sich dann selbst weiter versichern über die kostenpflichtige studentische Krankenversicherung. Der Beitrag hierfür beträgt derzeit 83,20 € pro Monat (bzw. 81,58 €, wenn Sie ein Kind haben).

Alternativ können Sie sich bei Studienbeginn auch privat krankenversichern. Dazu müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach dem Beginn Ihres ersten Semesters eine Befreiung von der gesetzlichen Krankenkasse beantragen.

Einen umfassenden Vergleich der privaten Studententarife finden Sie in unserem interaktiven Online-Rechner.

 

2. Gesetzlich versichert, ab 25 Jahre

Ab dem 25. Geburtstag entfällt der Anspruch auf die kostenlose Mitgliedschaft in der gesetzlichen Familienversicherung der Eltern. Statt dessen müssen Sie der studentischen Krankenversicherung beitreten und eigene Beiträge zahlen. Der Monatsbeitrag in der studentischen GKV beträgt für kinderlose Studenten 83,20 € (Studenten mit Kind zahlen dort 81,58 €).

Wie oben erläutert kann die Familienversicherung verlängert werden, wenn Sie zwischen dem Abitur und dem Beginn des Studiums einen Ersatzdienst geleistet haben. Die Verlängerung wird exakt für die Anzahl der Monate des abgeleisteten Dienstes gewährt. Danach endet die Familienversicherung in jedem Fall.

 

3. Gesetzlich versichert, ab 30 Jahre

Wenn Sie als Studienanfänger den 30. Geburtstag bereits überschritten haben, dann überschreiten Sie gleichzeitig eine wichtige Altersgrenze: Bei den gesetzlichen Krankenkassen können Sie sich ab diesem Alter nur über eine „freiwillige Mitgliedschaft“ versichern - mit deutlich höheren Beiträgen.

Je nach Krankenkasse beträgt der „freiwillige“ Monatsbeitrag zwischen 174,04 und 182,47 €. Beachten Sie bitte, dass Sie als Studienanfänger eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV nur dann eingehen können, wenn Sie vorher bereits gesetzlich versichert waren und sich dort nahtlos weiter versichern.

TIPP für Studenten für verheiratete Studenten: Wenn Ihr Ehepartner Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, können Sie sich familienversichern lassen und somit die Beiträge für eine eigene Krankenversicherung sparen. Diese kostenlose Mitversicherung gilt dann sogar zeitlich unbegrenzt bis zum Ende Ihres Studiums.

Ganz anders die Regelung in der PKV: Dort gelten die günstigen Studententarife bis zum 34. Geburtstag, oft sogar bis zu einem Alter von 39 Jahren. Eine Familienversicherung wie in der GKV gibt es allerdings nicht.

Einen umfassenden Preis-/Leistungsvergleich der privaten Studententarife finden Sie in unserem Online-Rechner.

 

4. Kinder von privat versicherten Beamten

Wenn Sie bisher über die Beihilfe der Eltern versichert waren und zusätzlich über einen privaten Restkostentarif, dann sollten Sie sich grundsätzlich Gedanken machen, ob der Wechsel in eine gesetzliche Krankenversicherung vielleicht sogar sinnvoller ist.

Der Grund ist folgender:

Beamte haben hierzulande einen Anspruch auf eine staatliche Beihilfe und bekommen einen großen Teil ihrer Krankheitskosten (meist 50%) von ihrem Dienstherren erstattet. Die Restkosten werden von den meisten Beamten über spezielle Beihilfetarife der privaten Krankenversicherung abgesichert.

Die staatliche Beihilfe gilt aber nicht nur für den Beamten selbst, sondern auch für dessen nicht berufstätigen Ehepartner und die Kinder. Beamtenkinder erhalten sogar bis zu 80% Beihilfe und müssen demnach nur 20% der Restkosten privat versichern.

Die Beihilfe für Beamtenkinder ist jedoch an das Kindergeld geknüpft, welches maximal bis zum 25. Geburtstag gezahlt wird. Mit Wegfall des Kindergeldes entfällt gleichzeitig aber auch die staatliche Beihilfe.

Damit nach dem Fortfall der staatlichen Beihilfe weiterhin eine 100%-ige Krankenversicherung besteht, müssen Studenten in eine Krankenvollversicherung wechseln. Wenn die bisherige Krankenversicherungsgesellschaft zugleich auch preiswerte Studententarife anbietet, so hält sich der Mehrbeitrag für den Tarifwechsel meist in erträglichen Grenzen.

Richtig teuer wird es jedoch immer dann, wenn der bisherige Versicherer entweder keine Studententarife anbietet oder wenn die Prämien sehr hoch sind. Oft sind die Tarife auch mit hohen jährlichen Selbstbeteiligungen verbunden, so dass die Beiträge plus Eigenbeteiligungen für Studenten kaum bezahlbar wären.

Zwar kann notfalls die Versicherungsgesellschaft gewechselt werden, doch bei bestimmten Vorerkrankungen kommt es häufig vor, dass der neue Versicherer hohe Beitragszuschläge verlangt oder aber die Neuversicherung komplett ablehnt.

Sollte es also absehbar sein, dass Ihr Studium über den 25. Geburtstag hinaus andauert, dann sollten Sie bei Studienbeginn besser in eine gesetzliche Krankenkasse eintreten.

Wenn Sie weiterhin über die Kombination Beihilfe/Privat versichert sein möchten, so müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn einen Befreiungsantrag von der Versicherungspflicht in der GKV stellen. Den Antrag richten Sie einfach an die zuständige AOK (Allgemeine Ortskrankenkasse) Ihres Wohnortes.

 

5. Studienanfänger, „normal“ PKV-Versichert

Mit „normal“ PKV-Versichert ist gemeint, dass Sie nicht als Familienmitglied eines Beamten über die Kombination Beihilfe/PKV abgesichert waren, sondern zu 100% über die PKV.

In dem Fall besteht die freie Wahl: Entweder Sie wechseln in eine gesetzliche Krankenkasse oder aber Sie entscheiden sich dafür, weiterhin privat versichert zu sein. Wenn Sie privat versichert bleiben möchten, ist folgendes zu beachten:

Weil für Studienanfänger eigentlich eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse besteht, müssen Sie sich binnen drei Monaten nach Studienbeginn von der Versicherungspflicht befreien lassen. Der Antrag auf Befreiung kann bei der örtlich zuständigen Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) gestellt werden, bei Bedarf aber auch bei bei jeder anderen öffentlichen Krankenkasse.