Wer muss sich wie versichern?

Regelungen für Studenten ab 30 Jahren

Der Sprung über die Altersgrenze von 30 Jahren hat für gesetzlich Versicherte Studenten teure Konsequenzen.

Aber auch für Studis, die in der PKV versichert sind, kann ein solcher Alterssprung manchmal zu höheren Beiträgen führen.

 

Wenn Sie bisher gesetzlich versichert waren ...

wird zum Ende des Semesters, an dem Sie 30 Jahre alt geworden sind, die studentische Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse automatisch beendet und Sie werden künftig als „freiwillig versichert” eingestuft.

Nur wenn ein Ersatzdienst, längere Erkrankungen, die Geburt eines Kindes oder gewisse andere Gründe eine rechtfertigen, kann die studentische Mitgliedschaft eventuell ausgedehnt werden.

Gibt es keine Gründe, die für eine Verlängerung sprechen, tritt ab dem folgenden Semester die sog. „freiwillige Mitgliedschaft” der gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft und die Beiträge steigen um mehr als das doppelte.

Je nachdem, bei welcher Krankenkasse Sie versichert sind, steigen die Beiträge ab dem nächsten Semester auf 174,04 bis 182,47 € an. Wer sich im Examenssemester befindet, kann für ein halbes Jahr einen verminderten Übergangsbeitrag erhalten von monatlich zwischen 101,35 und 115,27 €. Danach aber müssten Sie in jedem Fall den höheren Beitrag bezahlen.

TIPP für verheiratete Studenten für verheiratete Studenten:
Falls Ihr Ehepartner voll berufstätig ist und Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse, so können Sie sich dort kostenlos familienversichern lassen. Die Familienversicherung gilt dann zeitlich unbegrenzt bis zum Ende Ihres Studiums, sofern die gültigen Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Alternativ können Sie die GKV-Mitgliedschaft sofort beenden und in eine private Krankenversicherung wechseln, ohne dass irgendwelche Kündigungsfristen einzuhalten sind.

Für Studierende, die unverheiratet sind und kein Kind mit zu versichern haben, ist der Wechsel in die PKV nahezu immer die preiswertere Lösung.

Mit unserem interaktiven Online-Vergleich können Sie die Beiträge und Leistungen der Studentenversicherungen sofort interaktiv ermitteln.

 

In der PKV versicherte Studenten ...

müssen keine Änderungen befürchten.

Die private Krankenversicherung berechnet die Beiträge stets nach dem Eintrittsalter (also dem Alter bei Vertragsbeginn).

Auch das gern verbreitete Märchen, dass die Beiträge privater Krankenversicherungen jedes Jahr wegen des fortschreitenden Lebensalters steigen, ist schlichtweg falsch. Diese Regelung betrifft nur einige wenige Kranken-Zusatzversicherungen, sofern diese ohne Altersrückstellungen kalkuliert wurden.

Bei einigen Studententarifen greifen jedoch Sonderregelungen für die Bestimmung des Lebensalters. In solchen Tarifen sind die Beiträge gestaffelt und werden (der nächst höheren Altersgruppe entsprechend), alle 5 Jahre angepasst.

Sehen Sie hier ein Beispiel anhand eines Studententarifs von der Signal Iduna mit den gestaffelten Beiträgen. Der dortige Monatsbeitrag beträgt:

  • 53,95 €  von 20 bis 24 Jahre
  • 63,73 €  von 25 bis 29 Jahre
  • 88,57 €  von 30 bis 34 Jahre
  • 91,94 €  von 35 bis 38 Jahre

Zudem gibt es zwei PKV-Unternehmen, welche eigenständige Regelungen bei der Bemessung des Einkommens haben:

  • Bei der HanseMerkur sind die vergünstigten Studententarife generell nicht möglich, wenn Beschäftigungen mit einem Monatsverdienst von regelmäßig mehr als 450 € bestehen oder wenn sonstige Einnahmen vorhanden sind (z.B. aus Zinsen oder Mieten), welche 425 € im Monat überschreiten.
  • Bei der Signal Iduna gibt es Höchstgrenzen für Studierende, die einer selbständigen Tätigkeit nachgehen. Der regelmäßige Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit darf 1.522 € im Monat nicht überschreiten (für Studis in den neuen Bundesländern sind es 1.347 €).

Zusätzlich möchten wir unbedingt darauf hinweisen, dass zwei PKV-Versicherer eine Semestergrenze beinhalten oder aber eine maximale Laufzeit vorsehen. Bei solchen Versicherern kann der Studententarif entfallen, sobald ein bestimmtes Fachsemester oder eine gewisse Vertragslaufzeit erreicht wurde. Dort ist also Vorsicht geboten, denn es besteht die Gefahr, dass durch den vorzeitigen Ablauf des Tarifs eine enorme Beitragssteigerung in Kauf genommen werden muss. Es handelt sich um folgende beiden Anbieter:

  • Continentale: Die Studententarife gelten maximal bis zur Beendigung des 12. Fachsemesters. Nur in begründeten Ausnahmefällen (Abschluss einer bereits begonnenen Prüfung, Prüfungswiederholung) kann eine einmalige Verlängerung von bis zu 5 Semestern beantragt werden.
  • HanseMerkur: Studenten werden maximal für eine Dauer von 12 Semestern versichert, Schüler für maximal 4 Jahre.

Last, not least, noch ein Hinweis zur Pflegeversicherung, denn hier gibt es allgemeine Einkommensregelungen, die nach dem Sozialgesetzbuch definiert sind:

In der Pflegeversicherung kann sich der Beitrag geringfügig erhöhen, wenn Sie irgendwelche Einnahmen (z.B. aus Zinsen oder Mieten) haben und daraus mehr als 425 € monatlich beziehen oder wenn das Monatseinkommen aus geringfügigen Beschäftigungen (Minijobs) über 450 € liegt. In beiden Fällen kann der pauschale Studentenbeitrag zur Pflegeversicherung entfallen und Sie müssten den „normalen” Beitrag zahlen.

Die Konsequenz wäre (je nach Lebensalter) eine Kostenerhöhung von zwischen 2,46 € und 7,60 € pro Monat.